Badeseen und Strände in der Umgebung

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Text: Sophia Weis
Fotos: Michael Grein

Strandbad Ingelheim

Etwa 21 Kilometer westlich von Mainz liegt das Strandbad Ingelheim. In idyllischer Umgebung mit Blick in den Rheingau kann man sich hier sowohl auf Wiesen als auch auf feinen Sandflächen sonnen und erholen. Das Areal ist allerdings keine offizielle Schwimmstätte und wird deshalb nicht beaufsichtigt. Die Stadt warnt ausdrücklich vor Tiefen und Strömungen im Rhein, man sollte sich also nicht zu weit ins Wasser begeben. Vor Ort gibt es eine Gaststätte und auch Grillen ist erlaubt. Außerdem gibt es einen Beachvolleyballplatz. Parkplätze können Autofahrer in der näheren Umgebung suchen, zum Beispiel am Fähranleger. Sportliche Sonnenanbeter fahren die komplette Strecke von Mainz nach Ingelheim mit dem Fahrrad, gemütlicher geht es mit dem Zug vom Mainzer Hauptbahnhof nach Ingelheim. Von dort aus dauert der restliche Weg in den Ingelheimer Norden mit dem Fahrrad etwa zehn Minuten.

Mombacher Strand

Im Nordwesten von Mainz liegt ebenfalls direkt am Rhein der Mombacher Strand, von Insidern auch „Mombeach“ genannt. Die inoffizielle Bademöglichkeit ist ein Geheimtipp und für Nichtkenner recht schwer zu finden. Wer sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen will, kommt mit der Buslinie 58 bis zur Endstelle Bahr Baumarkt, dann muss man zu Fuß weiter. Das Auto parkt man am besten ebenfalls dort oder in der Nähe der Schiersteiner Brücke. Genau unter diese muss man über Schleichpfade gelangen und von dort aus führt ein Weg etwa 15 Minuten flussabwärts am Rheinufer entlang. Am schnellsten und unkompliziertesten ist die Strecke jedoch mit dem Fahrrad zu bewältigen. Hat man sie geschafft, findet man sich an einem malerischen, feinsandigen Strand wieder, an dem sogar Muscheln liegen und große Weiden Schatten spenden. Zwar ist der Strandabschnitt recht klein und es gibt weder einen Kiosk noch eine Toilette, gemessen an der Nähe zur Stadt ist der Mombeach aber überraschend schön und ruhig. Der Weg dorthin lohnt sich also auf jeden Fall.

Rettbergsaue

Direkt gegenüber vom Mombacher Strand liegt die Wiesbadener Rettbergsaue zwischen Biebrich und Schierstein. Die 68 Hektar große und etwa drei Kilometer lange Insel im Rhein ist zu 90 Prozent Naturschutzgebiet, die restliche Fläche steht Besuchern für Naherholung zur Verfügung. Das Angebot auf den zwei kostenlos zugänglichen Freizeitgeländen ist vielseitig: Es gibt Spielflächen für Basketball, Volleyball, Badminton und Tischtennis und außerdem Grill- und Kinderspielplätze. Imbisse sorgen für das leibliche Wohl und wer möchte, kann sich auf einem der Campingplätze einquartieren. Zu empfehlen sind auf der Rettbergsaue besonders die weißen Sandstrände an der westlichen Spitze der Insel, denn sie befinden sich innerhalb einer Bucht. Zwar ist Baden auch hier auf eigene Gefahr, durch die verminderte Strömung jedoch etwas risikoärmer als in Ingelheim oder Mombach. Da Autos auf der Rettbergsaue verboten sind, erreicht man sie entweder vom Rheinufer Biebrich oder dem Schiersteiner Hafen mit einer Personenfähre oder von der Mainzer Seite über die Treppe an der Schiersteiner Autobahnbrücke. Allerdings ist der Aufgang recht steil, weshalb man nicht allzu viel Gepäck im Schlepptau haben sollte.

Waldschwimmbad Rüsselsheim

Wer lieber unter Aufsicht baden möchte, dem kann man das Waldschwimmbad in Rüsselsheim empfehlen, denn hier haben DLRG und Bademeister die Besucher im Blick. Die idyllische Lage im Wald macht das Bad, das eigentlich ein Baggersee ist, besonders reizvoll. Auf den großzügigen Liegewiesen ist Grillen erlaubt und auch einen Sandstrand, einen Kiosk und sanitäre Anlagen gibt es. Im Wasser kann man auf Holzinseln chillen oder sich an Land auf dem Beachvolleyballfeld oder an den Tischtennisplatten austoben. Für Kinder werden außerdem Kinderspielgeräte zur Verfügung gestellt. Die Öffnungszeiten sind in der Woche von 10 bis 20 Uhr, am Wochenende von 8 bis 20 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene 2,50 Euro, ermäßigt 1,25 Euro, außerdem gibt es eine Familienkarte für 7 Euro (2 Erwachsene, bis zu 3 Kinder). Um mit dem ÖPNV zum Waldschwimmbad zu gelangen, nimmt man zunächst die Bahn bis zum Bahnhof Rüsselsheim und steigt dann in die Buslinie 51 oder 52 bis zum Waldfriedhof um. Direkt vor dem Eingang gibt es ein paar wenige Parkplätze.

Raunheimer Waldsee

Noch etwas weiter östlich von Mainz befindet sich ein Naturstrandbad, das kaum einen Wunsch offen lässt: Am acht Hektar großen Raunheimer Waldsee gibt es getrennte Nichtschwimmer- und Schwimmerbereiche sowie eine Surfbereich, die allesamt von DLRG-Rettungsschwimmern überwacht werden. Außerdem verfügt die weitläufige Anlage über Duschen, Toiletten und Umkleidekabinen, einen Kinderspielplatz und sogar eine Wasserrutsche. Auf einer Ballspielwiese und einem Beachvolleyballplatz geht es sportlich zu und wer ein bisschen auf dem See schippern möchte, kann sich am Südufer ein Boot ausleihen. Für die Verpflegung sorgen ein Kiosk und ein Grillplatz. Auch der freien Körperkultur kann in einer 700 Quadratmeter großen FKK-Zone gefrönt werden. Für Autofahrer gibt es einen Parkplatz, der allerdings kostenpflichtig ist. Der Zugang zum Waldsee kostet für Erwachsene 2 Euro, ermäßigt 1 Euro. Stören könnte einen hier nur der leichte Fluglärm vom Frankfurter Flughafen und die recht langwierige Anreise für alle, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind: Mit der S-Bahn kann man vom Mainzer Hauptbahnhof den Raunheimer Bahnhof erreichen. Von dort aus sind es dann bis zum See noch einmal etwa 20 Minuten Fußweg.

Oppenheimer Strandbad

Südlich von Mainz lädt der ebenfalls in einem Naturschutzgebiet liegende Oppenheimer Strand zum Verweilen ein. Zu der großen Liegewiese und dem Sand- und Kiesstrand am Rhein gelangt man nach 20-minütiger Fahrt mit der Regionalbahn. Vom Oppenheimer Bahnhof sind es dann bis zur Badestätte noch einmal etwa zwei Kilometer durch ein Waldstück. Es bietet sich deshalb an, ein Fahrrad mitzunehmen. Das Strandbad hat einen Beachvolleyball- und einen Badmintonplatz und verleiht außerdem Strandkörbe. In einem anliegenden Restaurant kann man gemütlich sitzen, außerdem gibt es einen Kiosk. Wer mit dem Auto kommt, kann am Waldrand direkt vor dem Strand parken.

Fazit

Für Badewillige, die es ruhig in der Natur mögen und keine langen bzw. komplizierten Anfahrtswege scheuen, sind sowohl der nahe Mombacher Strand als auch der atemberaubende Grüne See empfehlenswert. Allerdings sind dies „wilde“ Strände, an denen es weder sanitäre noch gastronomische Einrichtungen gibt, außerdem sollte man am „Mombeach“ nur sehr vorsichtig ins Wasser gehen. Auch an den Rheinstränden in Ingelheim und Oppenheim kann man nicht wirklich ausgiebig baden, sondern nur in Ufernähe planschen, für ein Sonnenbad sind sie jedoch bestens geeignet. Wer aber das volle Programm mit umfangreichen Sportund Verpflegungsmöglichkeiten bevorzugt, der ist auf der Rettbergsaue, in Rüsselsheim oder Raunheim gut aufgehoben. Unter Aufsicht der DLRG stehen nur die beiden Letzteren. Bei den unbewachten Bademöglichkeiten ist zu beachten, dass meist niemand für die Sauberkeit der Strände verantwortlich ist. Besucher sollten deshalb etwas Rücksicht nehmen und ihre Abfälle selbst entsorgen. Insgesamt gibt es im Mainzer Raum zahlreiche Möglichkeiten, das schöne Sommerwetter zu genießen, egal ob man nur ein wenig Sonne tanken oder sich ins kühle Nass stürzen will.

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