Der große Test: Thai-Massagen

#

, SenSusi

Text: David Gutsche, Carina Schmidt
Fotos: Katharina Dubno

Besonders in der kalten Zeit muss man sich seine Wohlfühlmomente schaffen. Vor allem wenn man zu Verspannungen neigt. Thaimassagen können dem entgegen wirken. Wir testeten alle sieben Studios in der Innenstadt.

Die traditionelle Thai-Massage ist eine Massage-Technik, die in Thailand unter der thailändischen Bezeichnung Nuad Phaen Boran bekannt ist, was soviel bedeutet wie „uralte heilsame Berührung“. Im westeuropäischen Raum nennt sie sich auch Thai-Yoga-Massage. Die Thai-Massage besteht aus passiven, dem Yoga entnommenen Streckpositionen und Dehnbewegungen, Gelenkmobilisationen und Druckpunktmassagen. Zehn ausgewählte Energielinien, die nach aryurvedischer Lehre den Körper als energetisches Netz durchziehen, werden über sanfte Dehnung und mit dem rhythmischen Druck von Handballen, Daumen, Knien, Ellenbogen und Füßen bearbeitet. Die Thai-Massage findet bekleidet auf einer Bodenmatte statt. Traditionell dauert sie 2,5 Stunden und zeichnet sich durch ihren dynamischen kraftvollen Aspekt aus. In Europa dauert sie eher eine halbe Stunde bis Stunde und ist nicht selten sanfter als das Original.

Chiang Rai in der Neustadt

Neu aufgemacht am 11. Oktober hat die Chiang Rai Massage in der Frauenlobstraße 69. Chefin Pensri Stieb lebt seit 10 Jahren in Deutschland, hat medizinische Fußpflege gelernt und in der Orthopädie Praxis ihres Mannes ausgeübt. Nun führt sie diesen Job mit vielen Stammkunden in ihrem eigenen Studio fort, der Schwerpunkt liegt jedoch auf traditioneller Thai-Massage. Dafür hat sie 3 thailändische Mitarbeiterinnen unter anderem eine Tochter samt Mutter mit über 40 Jahren Erfahrung. Diese Erfahrung merkt man der Massage an, die Ganzkörpermassage ist genau mit richtigem Druck und richtig gut. Auch die Öl- und Aromamassage kann sich sehen lassen. Weitere Leistungen sind Kopf-, Fuß- und Gesäßmassage, Rücken sowie Nacken. Alles in original Ambiente mit sanfter Thai-Musik im Hintergrund und original Thai-Möbeln und schönen großen Betten. Ein freundlicher Service, Sauberkeit und Service wie Kaffee und Tee versüßen den Besuch.

www.chiangrai-mainz.de
Mo-Fr 8.30-19 Uhr
Sa 10-16 Uhr

Tabandu am Münsterplatz

Ist die älteste und bekannteste Thai Massage in Mainz. Seit sieben Jahren führt Suvakon Auler hier Regie und bietet alle gängigen Massagepraktiken an. Fünf Masseurinnen packen mit an, alle ausgebildet im Wat Po (bekannter Massagetempel in Thailand) und von der Chefin persönlich, die ein weiteres Studio in Nieder-Olm betreibt. Die Gäste im Tabandu liegen auf Matratzen am Boden, was nicht top-komfortabel ist und ein wenig durchgelegen, aber völlig ausreicht. Zwei weitere Liegen stehen für Ölmassage bereit. Die Räumlichkeiten sind in schummrig angenehmes Licht getaucht, sauber und laden zum Entspannen ein. Die Thai-Massage ist relativ hart und nichts für Weicheier. Für die empfiehlt sich mehr die Öl-Massage. In Tabandu tummelt sich viel Stammkundschaft, deshalb lohnt es sich zu reservieren. Zusätzlicher Service: Tee, Plätzchen und Wasser, die Masseurinnen sind angenehm und freundlich.

www.tabandu.de
Mo-Fr 10-20 Uhr
Sa 10-18 Uhr

Sawasdee Ka in der Steingasse

Seit Mai geöffnet und somit auch eine der neuesten Massage Studios relativ europäisiert. Chefin Chanok Sutnalaw hat die traditionelle Thai Massage modifiziert. Statt manch klassischer Elemente findet sich bei ihr mitten in der klassischen Thai Massage plötzlich eine Fuß- oder Nackenmassage mit Öl. Fühlt sich sanft und gut an, ist aber gewöhnungsbedürftig und der gewünschte Effekt bleibt fraglich. Vor allem viele Frauen stünden darauf oder auf die ebenfalls angebotene Kräutersäckchenmassage, die noch angenehm dazu duftet. Chanok arbeitete vorher in einem Studio in Ingelheim. In Mainz beschäftigt sie zwei weitere Masseurinnen und verkauft in ihrem Geschäft zusätzlich Kunst, Schmuck und Souvenirs aus Thailand. Massiert wird auf Matratzen am Boden, die nett hergerichtet sind. Ansonsten ist es sauber, der Service freundlich und nach der Massage wird Tee oder Wasser gereicht.

Steingasse 19
Mo-Sa 10-20 Uhr
06131-2773380

Sukko-Thai am Karmeliterplatz

Feierte im Dezember dreijähriges Jubiläum. Die Inhaberinnen Vesatri Heßler und Arisa Savetseranee sowie die drei Mitarbeiterinnen stammen alle aus Thailand. Die Druckstärke der Massage wird an die persönlichen Bedürfnisse angepasst. Wer es lieber „soft“ mag, sollte hier eine Ölmassage vorziehen. Für das perfekte Ambiente sorgt die angenehme Hintergrundmusik und der raumfüllende gute Duft. Abgerundet wird dies durch thailändisches Inventar wie Wandbilder, Kleidung und ayurvedischen Tee. Drei Himmelbetten und vier weitere Liegen stehen bereit für Massage, Gesichts- und Fußreflexzonen, Öl- und Aromatherapie. Sauberkeit und Freundlichkeit sind selbstverständlich, das schätzt auch die Kundschaft, die zur Hälfte aus Stammgästen besteht.

www.sukko-thai.de
Mo-Fr 10-20 Uhr
Sa 10-17 Uhr

siam spa & wellness auf der Lu

Sechs Masseurinnen und eine Kosmetikerin sorgen hier für ein Wohlfühlangebot. Los geht es bei der traditionellen Thai-Massage, über zusätzliche Behandlungen von Kopf bis Fuß bis zur Ölmassage und Aromatherapie, bei der die Öle mit Duftstoffen wie „Jasmin“, „Orange“ oder „Refreshing“ versetzt sind. Inhaberin Uthairat Lackner hat das Studio seit Juli übernommen. Wer einen kompletten Wellness-Tag einlegen möchte, kann bei bei ihr nach der Massage ein Dampfbad in der Sauna nehmen und sich anschließend eine Gesichtsbehandlung oder Körperhaarentfernung gönnen. Insgesamt hat das Studio sieben Massage-Betten sowie fünf Liegen für Fuß- und Gesichtsmassage. Jeder der fünf Räume hat eine eigene und behagliche Atmosphäre, die in sanftes Kerzenlicht eingetaucht ist. Auch die Massagetechnik und der Service stimmen. So wird auch kein Gast ohne einen frischen Ingwertee entlassen.

www.siam-studio.de
Mo-Fr 10-20 Uhr
Sa 10-17 Uhr

Songkran in der Gaustraße

Nicht das goldene vom Ei, aber dafür irgendwie so richtig Thai-Style. Nichts geschönt, PVC Boden, Inhaberin Songkran Reddinger kann kaum Deutsch, die Musik volle Thai-Schmonzette, aber irgendwie hat es was. Auch wenn die Betten aufgrund der Gitter zu klein für große Leute sind war es doch eine gute Massage. Leicht abgewandelt auch hier mit Rücken und Fuß, einer ordentlichen Einreibung Tigerbalm – was bis jetzt noch in keinen Studio vorkam – und einer guten Durchknetung mit hartem Daumen. Vorher arbeitet Songkran im siam und Sukko-Thai, nun steht sie seit Oktober 2009 auf eigenen Füßen in der Gaustraße und seit sechs Jahren in Deutschland. 90 Minuten Thai kosten 45 Euro.

www.songkran-mainz.de
Mo-Fr 9-19 Uhr
Sa 9-17 Uhr

Baan-Sabai am Cinestar

Das Baan-Sabai konnten wir leider nicht mehr testen, weil wir es erst am Redaktionsschluss kennergelernt haben. Am 1. Dezember hat es aufgemacht und liegt am Ende der Altstadt (Neutorstraße) in Nähe Cinestar und KUZ. Es ist sauber, hat große helle Räume, drei schöne Betten für die Thai- und 2 für die Öl-Massage. Auch Peelings und Hot-Stone Massagen sind im Angebot. Austesten also.

Dagobertstraße 4
Mo-Fr 10-20 Uhr
Sa 10-17 Uhr

Fazit

Im großen und ganzen sind sich alle Angebote recht ähnlich. Das eine Studio massiert etwas härter, das andere weicher, doch große Unterschiede gibt es nicht. Auch die Preise variieren nur minimal, maximal 5 Euro beträgt hier oder da der Unterschied. Während die einen Studios Betten benutzen, die anderen Matratzen auf dem Boden, trägt man überall thailändische Wickelhosen zur Massage und bekommt danach einen Tee oder ähnliches gereicht. Es ist also am Ende Geschmackssache, wo man hingeht und bei wem man sich am wohlsten fühlt. Bei der Vielzahl von Studios bietet sich eines in Laufnähe an. Denn wichtig ist nicht nur die Entspannung während der Massage, sondern auch danach. Die Ruhephase sollte mindestens solange wie die Massage dauern. Also am besten erst einmal nichts mehr vornehmen.

Geschrieben in Kategorie Bilder, Test. Lesezeichen setzen für Link.

Kommentare sind geschlossen.