Forschungsreaktor an Uni Mainz nicht ausreichend gegen Flugzeugabstürze gesichert

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von Michael Jacobs (Artikel aus der Mainzer Allgemeinen Zeitung)

Der 1965 in Betrieb genommene Triga-Forschungsreaktor auf dem Gelände der Universität ist nicht ausreichend gegen mögliche Flugzeugabstürze gesichert. Zu diesem Ergebnis kommt die Reaktorsicherheitskommission (RSK) in ihrem jüngst veröffentlichten Bericht.

Das Expertengremium hatte die drei Forschungsreaktoren in Berlin, Mainz und München auf ihre Robustheit überprüft. Danach besitze nur der Münchner Reaktor eine schützende Kuppel gegen einen Flugzeugcrash. Für den Mainzer Reaktor, der mit einer maximalen Leistung von 100 Kilowatt gefahren wird, mahnt die RSK weitere Untersuchungen zu den Folgen von brennendem Treibstoff nach einem Absturz an.

Man habe den ausführlichen Fragenkatalog der RSK beantwortet und sei nun gebeten worden, die Angaben auf der Basis von Simulationsrechnungen noch einmal von unabhängigen Gutachtern überprüfen zu lassen, sagte Triga-Betriebsleiterin Dr. Gabriele Hampel. Schon am Montag habe man einen Termin mit dem TÜV Rheinland. Das für die Atomaufsicht zuständige Wirtschaftsministerium hält eine Auslegung des Reaktors gegen Flugzeugabstürze wegen der „inhärenten Sicherheit und der geringen Brennstoffmasse“ für nicht erforderlich.
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Die Grünen sagen weiterhin dazu:

„Die Sicherheit muss an erster Stelle stehen. Der Reaktor steht mitten in der Großstadt Mainz, Kompromisse können hier fatale Auswirkungen haben. Mit dem stark zunehmenden Flugverkehr über Mainz ist die mangelnde Absicherung gegen Flugzeugabstürze fahrlässig. Insbesondere durch die noch weitere Zunahme der Flugbewegungen steigt auch das Risiko von Unfällen.

Die Betreiber geben an, dass die Angst vor einem Atomunfall unbegründet sei, da die Kettenreaktion bei Überhitzung selbst zusammenbreche. Wir brauchen jedoch parallel unabhängige Informationen und Aufklärung. Deshalb begrüßen wir die Ankündigung des rheinlandpfälzischen Wirtschaftsministeriums, eine unabhängige Sicherheitsprüfung durch einen externen Gutachter in Auftrag zu geben. Der Reaktor ist seit 1965 in Betrieb.
Die Sicherheitsanforderungen müssen jedoch 2012 entsprechen, nicht denen vor 47 Jahren.“

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